Stadt Geislingen an der Steige

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Neues aus dem Rathaus und von OB Dehmer

Geislingen auf dem Weg zur barrierefreien Stadt

Foto: Uli Ehret
Foto: Uli Ehret

Der Stadtbehindertenring Geislingen (STeiGle) lud im Rahmen des Sommers der VerFührungen zu einem inklusiven Frühstück ein. Im gut besetzten Schubartsaal des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Geislingen hatte sich eine bunte Gruppe von unterschiedlichen Menschen eingefunden: mit und ohne Behinderung, verschiedene Nationalitäten, altersmäßig gemischt zwischen 2 und ca. 80 Jahren.

Die anschließende Stadtführung zum Thema „Geislingen auf dem Weg zur barrierefreien Stadt“ könnte man so zusammenfassen: schon viel erreicht, aber auch noch viel zu tun. Als sachkundiger Stadtführer erläutere Oberbürgermeister Frank Dehmer zwischen Mehrgenerationenhaus und Rathaus die verschiedenen Schritte, die in den vergangenen Jahren bereits erfolgt und welche noch auf dem Weg zu einem barrierefreien Geislingen erforderlich sind.

Direkt sichtbar sind die an verschiedenen Stellen im Bereich der Fußgängerzone vorhandenen Bänke mit unterschiedlichen Sitzhöhen: höhere Sitzflächen und Armlehnen erleichtern insbesondere älteren Menschen das Aufstehen. Ebenfalls gut sichtbar: die Rollstuhlspur am Kirchplatz, die es ermöglicht, das extrem holprige Kopfsteinpflaster in diesem Bereich problemlos zu überqueren.

Weitere wichtige Schritte: Straßenübergänge wenigstens zu entschärfen durch Abfräsen von Bordsteinkanten. Diese Maßnahmen laufen weiterhin mit einem jährlichen Volumen von durchschnittlich 25.000 Euro.

Ein noch ungelöstes Problem ist die Barrierefreiheit an Schulen, die durch die Gebäudegegebenheiten nur schwer zu erreichen ist. Deshalb ist es das Ziel, von jedem Schultyp eine Schule entsprechend umzubauen.

Das Verwaltungsgebäude „In der MAG“ mit Stadtbücherei, Volkshochschule, Finanzamt und einigen Landkreisdienststellen ist durch Aufzüge barrierefrei zugänglich. Behindertenparkplätze gibt es im Parkhaus „In der MAG“ und an verschiedenen Stellen in der Fußgängerzone bzw. im direkten Umfeld. Hier sieht Oberbürgermeister Frank Dehmer noch Verbesserungsbedarf bei der Ausschilderung.

Die Fußgängerzone ist mit dem Porphyrbelag nicht optimal für rollstuhlfahrende oder rollatorschie-bende Personen, doch wäre ein Austausch des Belages sehr aufwändig und ist deshalb noch nicht in Sicht. Hingegen sind die Seitenstraßen der Fußgängerzone mit ihren Plattenbelägen gut zu befahren, wenn auch die Entwässerungsrinnen in der Straßenmitte für Rollstuhlfahrer teilweise hinderlich sind.

Der Alte Zoll ist ein typisches Beispiel für den Konflikt zwischen Denkmalschutz und Barrierefreiheit. Damit es hier zu einem guten Ergebnis kommt, bedarf es oft langer Verhandlungen und Planungen, um beiden Seiten gerecht zu werden. Auch hat es während der Sanierungsarbeiten neue Entdeckungen gegeben, so dass die Planung immer wieder verändert werden musste. Z.B. ist es nicht einfach gewesen, die am besten geeignete Stelle für den Aufzug zu finden. Auch manche Balken stehen (bzw. liegen) der Barrierefreiheit im Weg.

Im Alten Rathaus ist es gelungen, mit Hilfe eines Treppenliftes den ersten Stock und damit das Trauzimmer für mobilitätseingeschränkte Personen zugänglich zu machen. Auf der Rückseite des Hauses gibt es eine Behindertentoilette, die mit dem Euroschlüssel zugänglich ist.

Im ehemaligen Ratssaal des neuen Rathauses erläuterte Herr Dehmer die an diesem Gebäude vorgenommenen Maßnahmen zur Barrierefreiheit: das neue Rathaus wurde zum 100-jährigen Einweihungsjubiläum 2016 renoviert und mit Aufzug und Behindertentoilette ausgestattet. Das Schubarthaus soll mit demselben Aufzug erschlossen werden, wenn die dortigen Dienststellen in den Alten Zoll umgezogen sind. Mit dem Bau des Stegs von der Fußgängerzone über den Stadtbach zum barrierefreien Eingang des Rathauses soll noch im August begonnen werden.

Auch das leidige Thema Bahnhof wurde nicht ausgespart. Nach dem gegenwärtigen Sachstand sollen die Aufzüge dort 2021 eingebaut werden, auch wenn die Bahnsteige noch nicht umgebaut werden. Damit ist die Zugänglichkeit der Gleise 2 und 3 erreicht, doch je nach Zugtyp kann es weiterhin schwierig sein, einzusteigen. Frank Dehmer machte an dieser Stelle noch einmal deutlich, dass es nicht an der Stadt liegt, dass sich diese Maßnahme so lange hinzieht – der in einem Vertrag mit der Bahn zugesagte Anteil der Stadt in Höhe von 300.000 Euro steht im Haushalt bereit. Doch nicht nur der Bahnhof ist umbaubedürftig, auch etliche Bushaltestellen im Bereich der Stadt und ihrer Teilorte müssen in den nächsten Jahren nach und nach umgestaltet werden, damit Fahrgäste barrierefrei einsteigen können.

Text: Klaus Kohle

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