Stadt Geislingen an der Steige

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Neues aus dem Rathaus und von OB Dehmer

Feierliche Wiedereröffnung der Siechenkapelle

Lange hat sich die Fassade der Siechenkapelle hinter einem Baugerüst versteckt und das Kulturdenkmal mit den einzigartigen Wandmalereien konnte nicht besichtigt werden. Das ist aber ab dem 28. April 2019 Geschichte!


An diesem letzten Sonntag im April wird die Siechenkapelle um 14.00 Uhr im Rahmen einer feierlichen Wiedereröffnung der Öffentlichkeit zurückgegeben. Zu diesem Termin ist die geschichtsinteressierte Bevölkerung herzlich eingeladen.

Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Frank Dehmer, wird Bernhard Stille vom Kunst- und Geschichtsverein Geislingen auf die Geschichte der Siechenkapelle eingehen, ehe die Abteilungsdirektorin des Landesamts für Denkmalpflege, Frau Dr. Ulrike Plate, zu den durchgeführten Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen sprechen wird. 


Von Mai bis Oktober ist dann jeweils am ersten Sonntag im Monat von 14.00 bis 16.00 Uhr eine Besichtigung der Siechenkapelle möglich. Da die Kapelle nicht beheizt werden kann, weil sonst die Wandmalereien Schaden nehmen würden, ist die Zugänglichkeit auf die Sommermonate beschränkt. Zusätzlich werden im Zusammenhang mit kleineren Ausstellungen weitere Öffnungszeiten erfolgen, die man regelmäßig der Wochenblatt-Beilage „Stadtinfo“ entnehmen kann.

Außenansicht der Siechenkapelle
Außenansicht der Siechenkapelle

Die Geschichte der Siechenkapelle  
Die Siechenkapelle war Bestandteil des erstmals 1398 erwähnten Siechenhauses der „armen Feldsiechen auf dem Espan“. Im Jahre 1806 kam es zur Versteigerung des Siechenhauses samt Kapelle; der „Adlerwirt“ kaufte das Anwesen, ließ 1811 das Siechenhaus und den Chor der Kapelle abbrechen, das verbliebene Langhaus diente ihm fortan als Scheuer, der bisherige Triumphbogen wurde zum Scheunentor. Bevor die Stadt Geislingen an der Steige im Jahre 1993 die Kapelle erwarb und damit vor dem bereits beantragten Abbruch bewahren konnte, diente sie seit den 1940er Jahren der Straßenmeisterei als Lagerschuppen.


Seit 1995 wurde in verschiedenen Phasen eine umfassende Sanierung und Restaurierung durchgeführt. Zunächst stand die Substanzerhaltung im Vordergrund. Später wurde auf Initiative des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen die Kapelle für temporäre Ausstellungen hergerichtet. Bis Ende 2018 erfolgten im Rahmen einer fachlichen Kooperation des Landesamts für Denkmalpflege mit einem Studiengang der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und freiberuflichen Restauratoren, erforderliche Konservierungsmaßnahmen. Vorrangiges Ziel dabei war, nach einer umfangreichen Schadensdokumentation und der Erforschung der dafür verantwortlichen Ursachen, die Wandmalereien zu sichern und zu konservieren.


In dem Zusammenhang war zunächst zur langfristigen Erhaltung des Mauerwerks aus Donzdorfer Sandstein die Abnahme der sehr stabilen, aber auch sehr dichten Verfugung des Mörtels und die Auswahl eines kapillar besser transportfähigen Mörtelsystems erforderlich. Nach längerer Diskussion hat der Gemeinderat der Stadt am 28.09.2016 auf Anraten der Fachleute entschieden, die bisherige Steinsichtigkeit aufzugeben und dafür einen sogenannten Opferputz aufzubringen, um die Salzproblematik in den Griff zu bekommen. Dieser Putz nimmt die Salze aus dem Mauerwerk auf, bis er gesättigt ist und an den betreffenden Stellen abgetragen, also „geopfert“ wird. Die betroffenen Flächen werden dann neu verputzt.


An den Wandmalereien im Innenraum erfolgten umfangreiche Konservierungsmaßnahmen in Form von Sicherungen der historischen Putze und der Festigung instabiler Malschichten. Ein Schwerpunkt der Konservierung bestand neben der Oberflächenreinigung und den Sicherungsmaßnahmen, in der Ergänzung der zahlreichen Fehlstellen bei den verschiedenen Putzen. Auf eine Retusche wurde bewusst verzichtet.


Von diesen Maßnahmen, die durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, durch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg, durch den Kunst- und Geschichtsverein Geislingen, das AlbWerk und die Stadt Geislingen an der Steige gefördert und finanziell unterstützt wurden, kann man sich bei der feierlichen Wiedereröffnung und an den Öffnungstagen einen Augenschein verschaffen und sich auch über die Geschichte der Siechenkapelle informieren. Die Aufsichtspersonen des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Text: Peter Lecjaks

Einzigartige Wandmalereien in der Siechenkapelle.
Einzigartige Wandmalereien in der Siechenkapelle.

Wichtige Zahlen und Fakten auf einen Blick
1398 Erstmals werden Stiftungen in das Siechenhaus erwähnt
1471 Erste urkundliche Erwähnung der heutigen Kapelle aus Bruchstein mit Fachwerkgiebel
1496 Renovierung, Ausstattung mit spätgotischer Kalkputzmalerei
1811 Abbruch des Siechenhauses und des Chors an der Ostseite der Siechenkapelle
1926 Siechenkapelle wird in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg eingetragen
1993 Die Siechenkapelle kommt ins Eigentum der Stadt; danach Instandsetzung zur Substanzerhaltung
2012 Herrichtung für eine Sommernutzung auf Initiative des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen
2016 Beginn der Konservierung und Restaurierung des Mauerwerks und der Wandmalereien

Weitere Informationen

Ihre Ansprechpartnerin

Pressesprecherin
Stadt Geislingen an der Steige
Frau Christiane Wehnert
Rathaus
Hauptstraße 1
73312 Geislingen an der Steige
Raum: 103
Tel: 07331 24 366
Fax: 07331 24 1366
christiane.wehnert(@)geislingen.de

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