Stadt Geislingen an der Steige

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Frühholz'sches Haus

Frühholzches-Haus

Eines der ältesten Gebäude der Stadt und um 1780 von Beindrechsler und Kunsthandwerker Simon Früholz bewohnt. Hier wurde sein Sohn Jakob Früholz geboren, der 1801 – 1818 insgesamt 17 aquarellierte Stadtansichten angefertigt hat.

Diese geben Einblicke ins Stadtleben damaliger Zeit und tragen einen sehr wichtigen Beitrag zur (bildlichen) Erforschung der Stadtgeschichte bei.


Aufgrund der Ständerverblattung seiner Giebelvorkragung datiert das Früholz’sche Haus ins erste Drittel des 15. Jahrhunderts. Es steht in der ehemaligen oberen Vorstadt, die ebenfalls nahezu dreieckig zum Ulmer Tor zulief – dem südlichen Ende der ummauerten mittelalterlichen Stadt Geislingen.

Froschgasse mit Früholz'schem Haus links
Froschgasse mit Früholz'schem Haus links
Früholz'sches Haus Fachwerkkonstruktion
Früholz'sches Haus Fachwerkkonstruktion

Details über Jakob Früholz - ein begnadeter Zeichner, Aquarellist und Musiker

Jakob Früholz wurde am 2. März 1769 als Sohn des Kunstdrechslers Simon Früholz in Geislingen geboren. Von frühester Jugend an zeigte Jacob Früholz mehr die Neigung zur Zeichen- und Malkunst und zur Musik, als zur Beindrechslerei, und er übte sich in seinem Talent, indem er seine Arbeiten nach Zeichnungen seines Vaters verfertigte. Bald zeigte er beim Zeichnen und Malen so viel Kunstfertigkeit, dass er zur Freude seines Vaters bei anderen Kunstverständigen Bewunderung hervorrief.

Nach dem frühen Tod seines Vaters 1786 verließ die Familie Geislingen. Jakob Früholz zog mit seiner Mutter und Geschwistern im Jahre 1787 zu einem Holzdrechsler nach Unterösterreich, wo in er Gehilfe in einer Fabrik wurde, um für ein Karthäuserkloster zu arbeiten. Dach bereits nach zwei Jahren kehrte die Künstlerfamilie nach Hause zurück.

Aufgrund seiner Malkunst und Musikalität fand er in Geislingen viele Freunde und Liebhaber der Musik und seiner Malerei. Geislingen und seine malerischen Winkle waren ihm vielfach ein Motiv, und so sind auch viele aquarellierte Zeichnungen von ihm in Geislinger Privatbesitz gelangt, wo sie heute noch, sehr geschätzt, weiter vererbt werden.

Die Stadtansichten von Jakob Früholz veranschaulichen auch wie die Stadt im 18. und frühen 19. Jahrhundert ausgesehen hat. Neben den Stadtaquarellen hat er vielfach Leute proträtiert in Form von Miniaturen oder in Pastell.

1825 wurde Jakob Früholz offiziell als Zeichenlehrer angestellt. In dieselbe Zeit fällt auch die Gründung der Zeichenschule, die als private Einrichtung bereits 1824 existierte. Mit der Anstellung Früholz' als Zeichenlehrer begann gewissermaßen die berufsbegleitende Ausbildung von Lehrlingen, speziell für die Beindrechsler und Elfenbeinschnitzer hier in Geislingen. Zunächst wurde nur Zeichenunterricht erteilt.
Ab 1835 wurde das Unterrichtsangebot auf weitere Fächer ausgedehnt. Die Zeichenschule wurde als Sonntagsgewerbeschule weiter geführt. Jakob Früholz dürfte bis 1838 unterrichtet haben, denn am 14. November 1838 wurde der Reallehrer Funk eingestellt. Die Zeichenschule bildete die Grundlage des Gewerbeschulwesens in Geislingen.

Jakob Früholz starb im Alter von 77 Jahren am 20. Mai 1846 in Geislingen. Am gleichen Tag verstarb auch seine Frau Anna Magdalena, geborene Ströhle. Ihr einziger Sohn Simon 1801 geboren, verstarb schon nach einem Jahr.

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